Eine App für junge Menschen mit Anorexia Nervosa

Eine App für junge Menschen mit Anorexia Nervosa

Die Idee
Mit der Aufgabenstellung, eine App zum Thema Selftracking, also mit Funktionen zur Selbstoptimierung oder Datenvisualisierung, zu entwerfen, überlegten wir uns ein Konzept, dass an Magersucht erkrankten, jungen Menschen helfen kann, besser in einen geordneten Alltag zurückzufinden. 
In Zusammenarbeit mit Betroffenen, Psychologen und Ernährungsberatern sollte eine App entstehen, die im bereits fortgeschrittenen Genesungsprozess weitere Hilfestellungen gibt und dabei eine Möglichkeit bietet, den eigenen Fortschritt nachzuvollziehen.
Fragebogen für Betroffene (Ausschnitt)
Funktionen, Konzept und Prozess
In ersten Entwürfen wurden verschiedene Datenvisualisierungen getestet und bei Betroffenen gewünschte Funktionen erfragt, darunter eine Tagebuchfunktion, Einkaufsplaner und Rezepte. Teilweise wurde der Wunsch geäußert, Fotos vom eigenen Körper in die App zu laden, um einen Prozess nachvollziehen zu können.

In Gesprächen mit Ernährungsberatern und Psychologen wurden geplante Funktionen diskutiert und ihre Sinnhaftigkeit hinterfragt. Dabei stellte sich heraus, dass Fotos vom eigenen Körper, sowie eine nachvollziehbare  Fortschrittsvisualisierung basierend auf Zahlen sich nicht für die Zielgruppe eignen: An Anorexia Nervosa erkrankte Personen leiden häufig unter einem Kontrollzwang, der sehr schwer abzulegen ist. Sie mit Zahlen zu Gewicht und BMI, sowie mit Fotos von sich selbst zu konfrontieren, kann zu einer Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung und damit zu Rückfällen führen.
Fragebogen für Psychologen (Ausschnitt)
Fragebogen für Ernährungsberater (Ausschnitt)
Zusammenfassung und Konzept
Ausformulierung
Um die reine Datenvisualisierung zu vermeiden, ist ein Garten Mittelpunkt der App geworden. Dieser Garten wächst, solange die App verwendet wird, und lässt für den Nutzer nur über die Farbstimmung eine Tendenz zum körperlichen Zustand erahnen. Die Daten werden im Hintergrund über eine WLANfähige Waage und ein Armband getrackt und verarbeitet, ohne, dass der Nutzer etwas dazu beitragen muss. Zusätzlich können Daten zur Kontrolle an Ärzte geschickt oder bei Besuchen ausgelesen werden.

Neben den zuvor erwähnten Funktionen wurden Infos zu Ernährung und hilfreiche Tipps für schwierige Situationen eingebaut.
Um dem Kontrollzwang entgegenzuwirken, schalten sich die unterschiedlichen Funktionen in der App nacheinander aus, bis nur noch das Tagebuch und der Brieffreund, ein unabhängiger, geschulter Ansprechpartner, zugänglich sind.

Ein kleiner Vogel ist der Bewohner des Gartens und stellt dem Nutzer täglich kleine Aufgaben, die ihn nach Klinikaufenthalten wieder an soziale Interaktion gewöhnen und das Selbstwertgefühl steigern. Mit dem Vogel lassen sich Ziele festlegen und Funktionen in der App aus- und bei Bedarf auch wieder einschalten.
Das Team
Semesterarbeit 2014, 3. Semester
Schwerpunkt Multimediadesign

Hochschule
DHBW Ravensburg, Mediendesign

Betreuende Dozenten
Klaus Birk, Matthias Müller

Konzept und Design
David Kormann, Meike Hollnaicher, Sarah Gerbers, Jasmin Urban

Illustration
Jasmin Urban
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