In unserer Gesellschaft ist Obdachlosigkeit häufig noch ein Tabuthema. Vorurteile halten sich hartnäckig und Diskriminierung ist allgegenwärtig. Um der Unwissenheit der Bevölkerung entgegenzuwirken, wurde das Pop Up Ausstellungskonzept „10999“ entwickelt.
Die Betroffenen kommen mithilfe handschriftlicher Texte, die sich unter einem transparenten Papier befinden, selbst zu Wort. Die Texte sind aus Interviews entnommen und haben den Charakter des Gesprochenen. Da ohne Bild und Ton gearbeitet wird um die Identität der Betroffenen zu wahren, wird dem Betrachter ein vorurteilsfreies Entdecken ermöglicht.
Zusätzlich zur Geschichte der Personen wird auf Aspekte ihres Lebens aufmerksam gemacht. Erst durch das Lesen wird den Betrachtern klar, dass sich der Scherenschnitt, in diesem Fall Blätter, auf einen Ort bezieht, an dem die betroffene Person geschlafen hat bzw. schläft. Atmosphärischer Ton dieses Ortes untermalt das Ganze.
Zusätzlich zur Geschichte der Personen wird auf den Außenseiten der Räume allgemein über Obdachlosigkeit und Armut und Deutschland aufgeklärt. Dies geschieht durch Grafiken und Texte. Ein Heft, dass von Betrachtern mitgenommen werden kann, kann optional hinzugefügt werden. Hierin befinden sich Hinweise, Tipps und Notfallnummern ganz Deutschlands, sowie die Grafiken, die auch außerhalb der Räume zu sehen sind.
Die Räume stehen in kleinen Gruppen an ruhigen, aber belebten Orten in Städten ganz Deutschlands. Sie bestehen aus Papier, was dazu führt, dass sie mit der Zeit zerreißen, beschmutzt werden oder sich anderweitig durch nicht steuerbare Einflüsse verändern. Dies leitet sich davon ab, dass ein großer Teil obdachloser Menschen mit der Zeit erheblichen psychischen Schaden nimmt, sich verändert und irgendwann verschwindet.
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